Projektinhalt

Unter den Überschriften Industrie 4.0 und Digitalisierung der Arbeitswelt werden derzeit weitreichende, vor allem technologisch getriebene Veränderungen der industriellen Arbeitswelt diskutiert. Über Arbeitswirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten des sich abzeichnenden technisch-organisatorischen Entwicklungsschubs ist derzeit zwar wenig bekannt, es ist jedoch davon auszugehen, dass diese sich je nach Branche und Tätigkeitsfeld unterschiedlich darstellen werden. Der aktuelle Forschungsstand legt daher empirische Fallstudien zu verschiedenen Tätigkeitsbereichen nahe, in denen den Wirkungen von Digitalisierung im Kontext je spezifischer Organisationskonzepte nachgegangen wird. In der Studie „Montagearbeit 4.0?“ werden Arbeitswirkungen neuer Technologien im Montagebereich aus Sicht der Beschäftigten, Gestaltungsoptionen sowie arbeitspolitische Strategien und Handlungsbedingungen der verschiedenen betrieblichen Akteure untersucht. Die Studie soll Gestaltungshinweise erarbeiten und zugleich die Diskussion um das Thema Digitalisierung versachlichen und auf eine empirische Grundlage stellen.

 

Fragestellung

Auf Basis einer Betriebsfallstudie wird untersucht, wie sich Arbeitsanforderungen und Arbeitsbedingungen im Zuge von Digitalisierung verändern:

(1) Mit welchen Anforderungen, Problemlagen und Herausforderungen sind Beschäftigte und Betrieb in den neu entstehenden Arbeitssystemen konfrontiert?

(2) Wie verändert sich (insbesondere aufgrund von digitaler Werkerführung) der Charakter von Montagearbeit in arbeitssituativer Hinsicht sowie mit Blick auf Qualifikationsanforderungen, Leistungs- und Entgeltbedingungen sowie Beteiligungsformen?

(3) Welche Möglichkeiten der Mitgestaltung der Arbeitssysteme bestehen und wie werden diese von den betrieblichen Akteuren genutzt?

(4) Welche arbeits- und interessenpolitischen Konsequenzen ergeben sich für die betriebliche Interessenvertretung?

(5) Welche Gestaltungsoptionen und Perspektiven eröffnen sich für die Zukunft der Montagearbeit?

Untersuchungsmethoden

Die Untersuchung ist als Begleitforschungsprojekt angelegt, bei dem im Sinne einer ganzheitlichen Arbeits- und Organisationsanalyse (a) Arbeits- und Organisationsstrukturen, (b) Arbeitssituationen und Arbeitsbedingungen, (c) Wahrnehmungen, Bewertungen, Orientierungen und arbeitsbiografische Perspektiven der Beschäftigten sowie (d) die Handlungsbedingungen, Strategien und Handlungsperspektiven der verschiedenen arbeitspolitischen Akteure (Management, Planer/Experten, betriebliche Interessenvertretung, Beschäftigte) untersucht werden. Vorgesehen sind hierfür Arbeitsplatzbeobachtungen, Beschäftigteninterviews, ggf. Gruppendiskussionen, Expertengespräche und eine schriftliche Befragung (Fragebogenerhebung). 

Mit dem Ziel einer Möglichkeitsanalyse sowie zur Validierung der Untersuchungsergebnisse werden diese in Form eines Feedback-Workshops an die Beteiligten zurückgespiegelt und mit ihnen betriebsöffentlich diskutiert.