Projektinhalt

Vor dem Hintergrund der demographischen Alterung sowie der bisherigen und zukünftigen Migration nach Deutschland untersucht das Projekt, die Rentenansprüche von Zugewanderten und deren vorangegangenen Erwerbsbiografien. Schon jetzt ist bekannt, dass verrentete Personen, die im Laufe ihres Erwachsenenlebens nach Deutschland migriert sind, aufgrund ihrer biografisch späten ersten Einzahlung in die deutsche Sozialversicherung sowie aufgrund eines überdurchschnittlichen Risikos, arbeitslos zu sein und ein unterdurchschnittliches Gehalt zu erzielen, eher niedrige Renten beziehen. Auch im Haushaltskontext sind sie häufiger von Altersarmut betroffen. Diese Erkenntnisse vertiefend und erweiternd will das Projekt folgende Forschungsfragen beantworten:


Welche Migrant(inn)en über 64 Jahre erhalten eine deutsche gesetzliche Altersrente und welche nicht? Für die zugewanderten Personen, die in Deutschland eine gesetzliche Altersrente beziehen, wird dann analysiert: Was charakterisiert die Erwerbsbiografien von Zugewanderten in Deutschland und welche unterschiedlichen Erwerbsverlaufsmuster, die zu über- oder unterdurchschnittlichen Altersrenten führen, lassen sich unterscheiden? Mit welchen sozialen Merkmalen geht die Zugehörigkeit zu diesen unterschiedlichen Erwerbsverlaufstypen einher? Wie unterscheiden sich verrentete Zugewanderte mit und ohne Vertragsrente? Diese Rentenart wird in Teilen in einem nicht-deutschen Vertragsland des multilateralen Sozialversicherungsabkommens der EU oder eines bilateralen Abkommens erworben. Diese transnationalen Sozialrechte federn die Nachteile einer Staatsgrenzen überschreitenden Erwerbskarriere rentenrechtlich ab. Für welche Teilgruppen bietet dieses extra Einkommen das Potenzial, Altersarmut zu verringern?


Datenbasis sind zum einen der national repräsentative Mikrozensus (2012) und zum anderen die auf den individuellen Rentenkonten basierenden „Vollendeten Versichertenleben“ (VVL) der DRV. Mit dem letzten Datensatz werden die gesamten Erwerbsbiografien (z.B. „sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“ oder „Familienarbeit“) bis zum Renteneintritt mittels Sequenzmuster- und Clusteranalysen in mehrere Typen unterteilt. Die unterschiedlichen Erwerbsverlaufsmuster werden u.a. hinsichtlich ihrer längsschnittlichen Charakteristika (z.B. durchschnittliche Arbeitslosigkeitsdauer), der Höhe der Altersrenten und der sozialen Merkmale (z.B. Geschlecht, Ausbildungsniveau) analysiert. Neben Vergleichen mit Deutschen ohne Migrationshintergrund werden vor allem soziale Ungleichheiten zwischen Migrant(inn)en untersucht.