Über das SOFI

Das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) wurde im Jahr 1968 von Hans Paul Bahrdt, Martin Baethge, Hannes Friedrich, Ulfert Herlyn, Horst Kern, Martin Osterland und Michael Schumann als nichtkommerzielles, universitätsnahes Institut gegründet. Die Rechtsform ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Anwendungsorientierte Grundlagenforschung prägt die Institutsarbeit. Das SOFI widmet sich zentralen Themen der Zeit: In den Forschungsprojekten werden Fragen der Digitalisierung ebenso behandelt wie Aspekte des demografischen Wandels oder die Probleme wachsender Ungleichheit. Bereits seit der Institutsgründung besteht eine enge Anbindung des SOFI an die sozialwissenschaftliche Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen. Im Jahr 1983 hat der Senat der Universität dem SOFI den Status eines „Instituts an der Universität“ zuerkannt.

Forschungsperspektiven

Um die Arbeitsgesellschaft und ihre Veränderungen in ihrer Vielschichtigkeit erfassen und die Befunde in einen übergreifenden Zusammenhang stellen zu können, verfolgt das SOFI drei Forschungsperspektiven:

  • Im Mittelpunkt der Perspektive „Arbeit – Organisation – Subjekt“ stehen die sich verändernden Arbeitsformen und -situationen, betriebliche Arbeitspolitiken sowie komplexe Wechselwirkungen zwischen Arbeitsgestaltung und Arbeitsorientierungen der Beschäftigten. Untersucht werden die mit dem Wandel von Erwerbsarbeit verbundenen Aushandlungsprozesse, Konflikte und Gestaltungsmöglichkeiten. Anhand von vergleichenden Analysen unterschiedlicher Organisationskonzepte wird grundlegendes Orientierungswissen über Gestaltungsoptionen und Wirkungen arbeitspolitischer Strategien erarbeitet.
  • Eine zweite Forschungsperspektive hat die „Sozioökonomie von Arbeit“ zum Thema. Auch in dieser Perspektive werden Auseinandersetzungen um die Gestaltung von Arbeit auf der Unternehmensebene in den Blick genommen. Allerdings richtet sich der Fokus hier stärker auf die Wechselwirkungen zwischen betrieblichen „politics in production“ (etwa die Konflikte um die Gestaltung von Arbeitsprozessen) und jenen „politics of production“ (Burawoy), die außerhalb des Unternehmens als komplexer Zusammenhang ökonomischer, politischer und gesellschaftlicher Regulierung auf Erwerbsarbeit einwirken, etwa in Form der Veränderungen von Arbeitsmärkten, Sozial  und Bildungspolitik oder Standards gesellschaftlicher Arbeitsteilung.
  • Die dritte Perspektive wirft Licht auf Veränderungen im Spannungsfeld von „Erwerbsarbeit und Gesellschaftsordnung“. Die theoretischen und normativen Grundlagen der Arbeitsgesellschaft werden in dieser Perspektive stärker hervorgehoben. Hierzu zählen Forschungen zur Wohlfahrtsproduktion, zum Wert öffentlicher Güter sowie zu erwerbsbiografischen und lebensverlaufsbezogenen Prozessen der sozialstrukturellen Entwicklung. Das Bildungssystem wird hierbei ebenso zum Thema wie die Infrastruktur der Daseinsvorsorge, die Dynamik der Migration ebenso wie prekäre Arbeits- und Lebensformen.


Institutsstruktur

Das Institut erhält eine institutionelle Grundfinanzierung durch das Land Niedersachsen. Überwiegend erfolgt die Finanzierung des SOFI durch Mittel u.a. von Landes- und Bundesministerien, anderen öffentlichen Einrichtungen, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Volkswagen-Stiftung, der Hans-Böckler-Stiftung, der Europäischen Union und in geringem Maße auch von Verbänden und Unternehmen.

Die Leitung des Instituts liegt bei dem von der Mitgliederversammlung gewählten Direktorium. Es wird dabei von den Sprechern der Forschungsschwerpunkte sowie vom Präsidium unterstützt.

Ein Kuratorium begleitet und begutachtet die Forschungsarbeit des Instituts.