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Ort
Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen

Die zeitgeschichtliche wie sozialwissenschaftliche Forschung hat sich in den vergangenen Jahren dem Strukturbruch in der Arbeitswelt zugewendet. Die Herausbildung neuer Arbeitsformen und -inhalte, der Bedeutungsverlust des sogenannten Normalarbeitsverhältnisses sowie die Entgrenzung und Informalisierung von Arbeitsverhältnissen lassen dies dringlich erscheinen. Wichtig für die Debatte um die Herausbildung neuer Konturen der Arbeitswelt ist dabei nicht zuletzt die Analyse betrieblicher sozialer Konflikte um Löhne und Arbeitsstandards sowie um Rationalisierungs- und Auslagerungsprozesse.

In unserem Workshop werden wir insgesamt sechs Forschungsprojekte vorstellen, die Perspektiven auf Entwicklungen in der Schiffsbau- und Automobilindustrie zwischen Ende der 1960er Jahre und Anfang der 2000er Jahre werfen, wobei unterschiedliche Dimensionen sozialer Konflikte und ihrer Kontexte (gesundheitliche Belastungen am Arbeitsplatz, gewerkschaftliche Organisierung, Einführung von Gruppenarbeit, Leiharbeit und Migrationsverhältnisse) diskutiert werden. In der Diskussion werden dabei auch methodische und materiale Zugänge thematisiert: Die Forschungen beruhen neben den üblichen historischen Quellenanalysen auf empirischen Oral-History-Studien sowie der sekundäranalytischen Bearbeitung sozial-wissenschaftlicher Primärdaten, und sie beziehen insofern unterschiedliche disziplinäre wie theoretische Grundlagen ein.