eLabour Ziele

In dem Zentrum wird der reiche Bestand an qualitativen, empirischen Studien aus über 40 Jahren arbeits- und industriesoziologischer Forschung an den beteiligen soziologischen Forschungsinstituten mit IT-basierten Methoden erschlossen und nachhaltig verfügbar gemacht, um auf dieser Grundlage im Rahmen sekundäranalytischer Pilotprojekte der Frage nach der Neukonturierung von Arbeit und Produktion nachzugehen. In fünf sekundäranalytischen Pilotprojekten zu zentralen Aspekten dieser Neukonturierung werden neue Forschungsperspektiven für die Arbeitssoziologie erschlossen. Materialien aus früheren und gegenwärtigen empirischen Studien werden systematisch in eine Querschnitt- bzw. Längsschnittperspektive integriert, um Erkenntnisse über den Wandel von Arbeit zu gewinnen.

Aufbau einer für die kollaborative Nutzung qualitativen arbeitssoziologischen Datenmaterials geeigneten Forschungsinfrastruktur samt schlüssigem Datenmodell, um die an den beteiligten Forschungseinrichtungen produzierten Materialien zu erschließen, für die Nachnutzung verfügbar zu machen und schrittweise für interessierte WissenschaftlerInnen zu öffnen. Dabei werden bereits existierende Anwendungen (z.B. DARIAH, soeb VFU, Re-SozIT etc.) systematisch genutzt und weiterentwickelt.

Entwicklung von IT-basierten Methoden und Werkzeugen in enger interdisziplinärer Kooperation zwischen den beteiligten Sozial- und IT-/InformationswissenschaftlerInnen. Im Zentrum des Interesses stehen hier innovative Lösungen für die (iterative) semantische und interaktive Suche in sowie für die Analyse von qualitativen, empirischen Daten, für deren dynamische Anonymisierung sowie für die (Re-) Kontextualisierung qualitativer Daten aus unterschiedlichen Primärstudien, die zu verschiedenen Zeitpunkten erhoben wurden.

Erprobung neuer arbeitssoziologischer Forschungsansätze durch die systematische Integration empirischer Momentaufnahmen in eine Querschnitt- bzw. Längsschnittperspektive. Zu diesem Zweck werden insgesamt fünf sekundäranalytische Pilotprojekte zu zentralen Aspekten der Neukonturierung von Arbeit und Produktion seit den 1970er Jahren durchgeführt, die zugleich als Testfälle für die Konkretisierung von Nutzer-Anforderungen an IT-basierte Methoden und als Anwendungsfälle für deren Erprobung in der Forschungspraxis dienen.

Formulierung und Etablierung methodologischer Standards für qualitative, IT-basierte Sekundäranalyse in der (Arbeits-)Soziologie. Es werden Regeln und Verfahren erarbeitet und erprobt sowie entsprechende Erfahrungen in die fachwissenschaftliche Diskussion (z.B. im Rahmen von DGS, RatSWD, gesis, DARIAH und anderen DH-Verbünden oder DDI) mit dem Ziel eingebracht, zur Institutionalisierung von allgemein akzeptierten Standards beizutragen, wobei die Abstimmung mit anderen qualitativ arbeitenden Disziplinen in den Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften von großer Bedeutung sein wird.

Aufbau eines Kompetenz- und Beratungszentrums für IT-basierte sekundär-analytische Arbeitsforschung. Das Zentrum hat die Aufgabe, für das analytische Potential einer Re-Analyse qualitativen Materials zu werben, die Weiterentwicklung von IT-basierten Methoden und Werkzeugen voranzutreiben, Forschende zu beraten, sie auch im Rahmen von Veranstaltungen wie Workshops oder Seminaren mit der hier neu entstehenden Forschungslinie vertraut zu machen und sich gezielt für die Ausbildung von interdisziplinär versiertem wissenschaftlichem Nachwuchs in diesem herausfordernden Feld einzusetzen. Das Zentrum verfügt über Niederlassungen an allen beteiligten Forschungseinrichtungen sowie über einen lokalen Schwerpunkt Göttingen, wo sich Koordination und Infrastrukturentwicklung konzentrieren. Die nachhaltige Sicherung des Zentrums über die Projektlaufzeit hinaus wird gemeinsam von allen Antragstellenden gewährleistet, wobei der Anbindung an die Universität Göttingen infrastrukturell eine besonders große Bedeutung zukommt.