Call for Papers zum Werkstattgespräch 4 – 27./28. Mai 2010

Demografie: Alterung und Bevölkerungsrückgang

Bevölkerungsprognosen zeigen, dass der Anteil Älterer an der Bevölkerung und die Zahl von Beschäftigten im
höheren Erwerbsalter zunehmen und das Erwerbspersonenpotenzial abnehmen wird.
Das Werkstattgespräch soll in drei Feldern Themen für eine regelmäßige Berichterstattung identifizieren:
bei den Effekten der demografischen Alterung auf Arbeitsmarkt, Beschäftigungssystem und die betriebliche
Organisation von Beschäftigung und Arbeit, auf Haushaltsstrukturen, Konsummuster und Muster privater Lebensführung
sowie auf regionale Disparitäten und ihre Folgen für die Regionalentwicklung.

Datengrundlage

  • Welche Mikro- und Makro-Datensätze zum Zusammenhang von Alterung, Erwerbstätigkeit und Lebensführung lassen sich für Berichterstattung nutzen?
  • Welche Projekte nutzen die vorliegenden Datensätze wie etwa das SHARE?


Arbeiten im höheren Erwerbsalter / Alternsgerechtes Arbeiten

  • Wie entwickeln sich gesellschaftliche Leitbilder des Altersübergangs (frühzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben als sozialer Besitzstand, „junge / aktive Alte“, „drittes Lebensalter“)?
  • Wie verändern sich Muster des Übergangs aus Erwerbsarbeit in den Ruhestand, und welche sozialen Differenzierungen,  etwa nach Geschlecht, Einkommen oder Qualifikation, lassen sich beobachten? Was ist der Stand wissenschaftlichen  Wissens zu typischen Übergangsmustern, wozu besteht weiterer Untersuchungsbedarf und wie lässt sich die  Entwicklung regelmäßig beobachten?
  • Wie ist Arbeit im höheren Erwerbsalter bzw. der Ausstieg aus Erwerbsarbeit reguliert? Welche Widersprüche weisen die Regulierungen auf und welche Effekte haben sie? Wie reagieren die Tarifparteien auf das Auslaufen politischer Vorruhestandsregelungen und auf die Probleme von Beschäftigten im höheren Erwerbsalter?
  • Wie entwickelt sich die Altersstruktur der Beschäftigten nach Branchen, Berufen bzw. Tätigkeiten und Betriebsgrößen?
  • Welche Erwerbsorientierungen verfolgen Beschäftigte im höheren Erwerbsalter? Was lässt sich etwa über ihr Weiterbildungsverhalten, ihr Gesundheitsverhalten, ihre berufliche Mobilität sagen?
  • Wie gehen Betriebe mit dem demografischen Wandel um? Welche Gründe lassen sich für vorzeitiges Ausscheiden aus Erwerbstätigkeit feststellen? Welche „Ausstiegsmodelle“ aus Arbeit gibt es und für welche Gruppen vonBeschäftigten werden sie angeboten? Welche Bemühungen gibt es andererseits, Ältere im Betrieb zu halten? Wie erklärt sich die offenbare Lücke zwischen dem Wissen um demografische Trends und den betrieblichen Personaleinsatzstrategien?
  • Welche Anforderungen müssen Arbeitssysteme erfüllen, um alternsgerechtes Arbeiten zu ermöglichen? Welche Ansätze und begleitenden Maßnahmen lassen sich in der betrieblichen Praxis feststellen? Welche Arbeitszeitmodelle werden angeboten und von wem werden sie genutzt?
  • Welche sozialen Teilhabemöglichkeiten, Weiterbildungschancen und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten haben Beschäftigte im höheren Erwerbsalter in betrieblichen Arbeits- und Beschäftigungssystemen? Wie werden ihre Kompetenzen (z.B. Erfahrungswissen) wahrgenommen und genutzt?
  • In welchem Umfang und aus welchen Motiven bleiben Ältere nach dem Übergang in die Rente erwerbstätig? In welchen Beschäftigungsformen und Bereichen?


Haushalte Älterer

  • Wie verändert sich die Haushaltsstruktur im Zusammenhang mit der demografischen Alterungen? Welche wirtschaftlichen und sozialen Folgen hat dies?
  • Wie differenzieren sich Altersübergangsmuster von Paarhaushalten aus und wie lässt sich dies regelmäßig beobachten?
  • Welche altersspezifischen Konsummuster lassen sich ausmachen? Welche Entwicklungen bei der Nachfrage nach  Dienstleistungen und bei Bedarfen an sozialer Infrastruktur sind zu erwarten, und mit welchen gesamtwirtschaftlichen Effekten?
  • Wie entwickelt sich die Einkommenszusammensetzung der Haushalte Älterer? Nimmt die Einkommensungleichheit im  Altersübergang zu?


Alterung und Bevölkerungsrückgang als regionale Problemlage

  • Welche regionalen Bevölkerungsprognosen berücksichtigen ausdrücklich die Effekte auf Beschäftigung und Haushaltsstruktur?
  • Welche Regionen sind besonders von demografischer Alterung, Abwanderung und Bevölkerungsrückgang betroffen, und welche Probleme entstehen? In welchen Regionen zeichnet sich etwa eine demografische Lücke am Arbeitsmarkt ab?
  • Wie gehen Regionen damit um? Welche Konzepte gibt es, Dienstleistungen für Ältere regional zu stärken? Lassen sich Wanderungsbewegungen regionalpolitisch beeinflussen?


Für Beiträge zu diesen Themenbereichen bitten wir um Abstracts von nicht mehr als zwei Seiten. Die vorgeschlagenen
Beiträge sollen im jeweiligen Themenfeld Gegenstände, Bearbeitungsstrategien, mögliche Indikatoren und Datenreihen
für einen dritten Bericht vorschlagen. Die Werkstattgespräche sollen vor allem Diskussionsmöglichkeiten bieten,
für einzelne Präsentationen sind bis zu 30 Minuten vorgesehen.
Bitte senden Sie Abstracts für vorgeschlagene Beiträge bis zum 7. Mai 2010 an

Dr. Peter Bartelheimer (peter.bartelheimer[at]sofi.uni-goettingen.de) oder
Dr. Sabine Fromm (sabine.fromm[at]sofi.uni-goettingen.de ).

Anmeldungen zur Teilnahme an diesem Werkstattgespräch sind ab sofort möglich; bitte benutzen Sie dafür das
beiliegende Anmeldeformular.



soeb-Werkstatt 2010 – Informationen zu den Werkstattgesprächen

Seit neun Jahren koordiniert das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) das vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundvorhaben „Berichterstattung zur sozioökonomischen Entwicklung
Deutschlands. Die Buchfassung des zweiten Berichts erscheint 2010 im VS-Verlag. Zur Vorbereitung der Beantragung
eines dritten Verbundprojekts organisiert und koordiniert das SOFI im ersten Halbjahr 2010 eine Reihe von
fünf Werkstattgesprächen, in denen „Arbeitspakete“ aus soeb 2 weiter entwickelt und neue Fragestellungen
aufgenommen werden. Auf dieser Grundlage wird ein Vorschlag für thematische Struktur, Arbeitspakete und
zu beteiligende Partner eines dritten Verbundprojekts erarbeitet. Die Werkstattreihe wird vom Bundesministerium
für Bildung und Forschung gefördert. Die Werkstattgespräche finden jeweils von Donnerstag auf Freitag an der
Georg-August-Universität Göttingen statt. Termine hierfür sind     

* 18./19. Februar 2010 (Konsummuster: Differenzierung und Ungleichheit)
* 25./26. März 2010 (Produktions- und Sozialmodell: Institutioneller Wandel und wirtschaftliche Entwicklungsmuster)
* 22./23. April 2010 (Erwerbsteilhabe: Beschäftigungssystem und betriebliche Produktionsmodelle)
* 27./28. Mai 2010 (Demografie: Alterung und Bevölkerungsrückgang)
* 17./18. Juni 2010 (Arbeit am Bericht: Konzepte, Methoden, Daten)

Jedes Werkstattgespräch wird über einen Call for Papers (CfP) vorbereitet. Die Teilnahme an den Werkstattgesprächen
ist kostenlos. Um Anmeldung wird jedoch gebeten, da die verfügbaren Plätze begrenzt sind. Reisekosten werden für
Referent/inn/en übernommen.  Das endgültige Programm wird an angemeldete Teilnehmer/innen verschickt und über die
soeb-Website (www.soeb.de) bekannt gemacht.

Kontakt
Ansprechpersonen für Planung und Durchführung der soeb-Werkstatt 2009/2010:

Dr. Peter Bartelheimer, Dr. Sabine Fromm
Soziologisches Forschungsinstitut (SOFI)
Friedländer Weg 31
D-37085 Göttingen
Tel. + 49 551 5220538 bzw. -51
Fax + 49 551 5220588
peter.bartelheimer@sofi.uni-goettingen.de
sabine.fromm@sofi.uni-goettingen.de

Ansprechperson für Anmeldung und organisatorische Fragen: Sarah Cronjäger
Sarah.cronjaeger[at]sofi.uni-goettingen.de

 

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